Archiv für Mai, 2005

Karma-Kommission

26. Mai 2005

„Und, was haben Sie aus Ihrem Leben diesmal gemacht?“

Mit gesenktem Kopf stand A. vor den Hohen Mächten. Während ihres Lebens hatte sie natürlich nicht gewusst, dass sie reinkarniert würde, dass sie diesen ganzen verdammten Quatsch schon x-Mal mitgemacht hatte. Aber kaum war sie dem Irdendasein entglitten, traf es sie wie ein Hammerschlag. Die Kommission!

Sie hatte es lange aufgegeben, die Regeln verstehen zu wollen, nach denen ausgewählt, reinkarniert, Lebensaufgaben zugeteilt wurden. Tatsächlich war das ganze eine Art intergalaktischer Lotterie und wenn man Pech hatte, erwischte man die falsche Zuteilung. Musste wohl Karma sein, dachte sie zynisch bei sich, während der Protokollführer, ein gleichmässig pulsierendes Leuchten in allen Chakrenfarben, ihre Akte durchging.

Wie aus der Ferne bekam sie Fetzen mit.

„… in Summe 6 Jahre krank… hat sich feige vor ihren Aufgaben gedrückt…“ Von der anderen Seite den Einwurf: „Aber sie hat auch einigen Leuten durch ihren Lebensweg geholfen, dabei Lebensenergie abgegeben und sich selbstlos gezeigt.“ – „… Vergeudung kreativen Talents… nicht genutztes Potenzial und Intelligenz…“ – „…zerbrochene Lebenspartnerschaft … antifamilär, keine Kinder…“

Deutlich spürte sie, wie die Kommissionsmitglieder ihren Fokus auf sie richteten, und sie hob den Blick, der in eine graue Unendlichkeit geschaut hatte.

„Was haben Sie zu Ihrer Verteidigung vorzugeben?“ herrschte das Chakren-Pulsieren A. an.

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Jäger und Sammler

19. Mai 2005

Thom Hartmann stellt in seinem Buch Eine andere Art, die Welt zu sehen. Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom die These auf, dass es zwei Typen von Menschen gebe. Auf der einen Seite die, die wir heute als neurologisch normal betrachten, die ein ruhiges, geregeltes, ordentliches Leben führen. Diese nennt er die Farmer, da sie einen seßhaften, gleichmässigen Lebensstil haben. Die andere Gruppierung nennt er die Jäger und Sammler, die durch die Welt streifen, die das Rascheln der Blätter im Wind vernehmen können und auf der Jagd sind, die aber für den geregelten Lebensstil der Farmer nicht taugen. Nach Hartmann sind Menschen mit AD(H)S die Jäger und Sammler.

Auf den ersten Blick scheue ich mich, solche Kategorien und Schubladen zu erdenken. Schubladisierungen ganzer Bevölkerungsgruppen finde ich, gelinde gesagt, daneben. Dennoch ist Hartmann nicht der einzige, der sich dem Thema Gene und AD(H)S widmet. So gibt es z.B. die Neanderthaler-Theorie, die davon ausgeht, dass bestimmte Bereiche des autistischen Spektrums, insbesondere Asperger und ADHS, genetisch möglicherweise an Neandertaler-Gene gekoppelt sind.

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Von Düften und Menschen

18. Mai 2005

Mein Artikel über den blauen Dunst hat einen weiteren in meinem Gehirn getriggert. Rauch gehört zu den Dingen die mir extrem unangenehm sind. Ich bin keine militante Nichtraucherin – ich verbringe durchaus mal einen Abend in einer Bar in der geraucht wird, nur dass sich der Rauch irgendwann brennend und ätzend in meine Schleimhäute frisst, meine ohnehin von allergischem Asthma geplagten Atemwege quält, und ich am liebsten sofort danach mitsamt Kleidung in einen Waschgang in die Maschine springen möchte, weil mir von dem Geruch des kalten Rauchs einfach speiübel wird, es mich anekelt.

Ich habe Freunde, die rauchen oder geraucht haben, ich nehme ihnen das nicht übel. Ich habe nur starke Reaktionen auf Rauch und erwarte, dass mir die niemand übel nimmt.

Waschgang bringt mich gleich zum nächsten Punkt.

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Blauer Dunst aus Berlin

18. Mai 2005

Rauchen ist derzeit in aller Munde. Ob es Renate Künast ist, die werbewirksam den Zusatzstoffen in Zigaretten (man fasst sich ans Hirn) den Kampf ansagt, oder Marion Caspers-Merk, die in ihrer Eigenschaft als Drogenbeauftragte der Bundesregierung die Zahl der Raucher halbieren will.

Da das Appellieren an den gesunden Menschenverstand der Raucher ja auch bisher immer hervorragend geklappt hat, listet nun das Verbraucherministerium schon mal vorsorglich die bösen Zusatzstoffe übersichtlich auf.

Man wünscht sich, mit schädlichen Zusatzstoffen in unserer täglichen Nahrung würde ähnlich verfahren… und die Hersteller müssten wenigstens sauber deklarieren.

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Autofahren

4. Mai 2005
Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn 
Vor uns liegt ein weites Tal, die Sonne scheint mit Glitzerstrahlen
Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn 
Die Fahrbahn ist ein graues Band, weiße Streifen grüner Rand
Wir fahr'n fahr'n fahr'n auf der Autobahn 
Jetzt schalten wir das Radio an, aus dem Lautsprecher klingt es dann
Wir fahr'n auf der Autobahn...
(Kraftwerk, 1974)

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